Das Staatsexamen Ergotherapie findet im sechsten Semester der Ausbildung statt. Diese Prüfung setzt sich aus einem schriftlichen, einem mündlichen, sowie einem fachpraktischen Prüfungsteil zusammen. Jeder dieser drei Prüfungsteile besteht aus mehreren Teilprüfungen. Im Rahmen der Ausbildung finden Übungen statt, die Dich auf die Prüfungstage vorbereiten. Allerdings wirst Du auch neben dem Unterricht Zeit in Deine Prüfungsvorbereitung investieren müssen, wobei Du mit Blick auf den vielseitigen Stoff strukturiert vorgehen musst.
Nutze unser FAQ für einen kompakten Überblick zu den wichtigsten Themen:
FAQ: Staatsexamen Ergotherapie
Wie ist das Staatsexamen in der Ergotherapie aufgebaut?
Das Staatsexamen in der Ergotherapie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Prüfungsteil. In der schriftlichen Prüfung bearbeitest du fallbezogene Aufgaben zu medizinischen, ergotherapeutischen und psychosozialen Themen. Die mündliche Prüfung fordert dich dazu auf, Therapiebegründungen, Modelle und Vorgehensweisen zu erläutern. In der praktischen Prüfung planst und durchführst du eine ergotherapeutische Behandlung, begründest dein Handeln fachlich und reflektierst dein Vorgehen im anschließenden Gespräch. Alle drei Teile müssen bestanden werden, um das Staatsexamen erfolgreich abzuschließen.
Welche Themen dominieren die schriftliche Prüfung in der Ergotherapie?
In der schriftlichen Ergotherapie-Prüfung dominieren fallbezogene Themen aus medizinischer Krankheitslehre, Behandlungsplanung, ergotherapeutischen Modellen und Konzepten (z. B. MOHO, CMOP-E), Anatomie und Physiologie, Hilfsmittelversorgung, Alltagsanalyse sowie Therapieziele und Interventionsstrategien. Du musst zeigen, dass du medizinisches Wissen mit ergotherapeutischem Denken verknüpfen und daraus passende Maßnahmen ableiten kannst.
Welche Modelle und Klassifikationen sind für das Staatsexamen besonders relevant?
Für das Staatsexamen in der Ergotherapie sind vor allem MOHO (Model of Human Occupation), CMOP-E (Canadian Model of Occupational Performance and Engagement), PEO-Modell, sowie die ICF besonders wichtig. Diese Modelle helfen dir, Klienten ganzheitlich zu verstehen, Betätigungsprobleme zu analysieren und zielgerichtete Interventionen zu planen. Auch das Biomechanische Modell und sensorisch-integrative Ansätze können prüfungsrelevant sein.
Welche praktischen Anforderungen müssen in der ergotherapeutischen Prüfung demonstriert werden?
In der praktischen Prüfung musst du zeigen, dass du eine ergotherapeutische Behandlung fachlich fundiert planst, durchführst und reflektierst. Dazu gehören eine strukturierte Befunderhebung, das Ableiten realistischer Therapieziele, die Auswahl geeigneter Maßnahmen, ein therapeutisch-professioneller Umgang mit dem Klienten sowie sicheres Anleiten und Motivieren. Auch ergonomisches Arbeiten, sinnvolle Adaptationen und eine klare Begründung deines Vorgehens sind prüfungsrelevant.
Welche Fallbeispiele treten im praktischen Staatsexamen besonders häufig auf?
Im praktischen Staatsexamen der Ergotherapie kommen häufig Fallbeispiele aus den Bereichen Neurologie (z. B. Schlaganfall, MS, Schädel-Hirn-Trauma), Orthopädie (z. B. Handverletzungen, Frakturen, Endoprothesen), Pädiatrie (z. B. Entwicklungsverzögerungen, ADS/ADHS, SI-Störungen) und Psychiatrie (z. B. Depression, Schizophrenie, Angststörungen) vor. Meist musst du aus einer kurzen Fallbeschreibung passende Ziele, Interventionen und ergotherapeutische Vorgehensweisen ableiten und diese während der Prüfung praktisch umsetzen.
Wie wird die mündliche Prüfung bewertet und welche Kompetenzen stehen im Fokus?
In der mündlichen Prüfung werden vor allem deine fachliche Argumentation, dein therapeutisches Denken und dein Verständnis für Modelle, Krankheitsbilder und Interventionen bewertet. Die Prüfer achten darauf, ob du Fallbeispiele logisch analysieren, Therapieziele begründen, geeignete Maßnahmen auswählen und Entscheidungen nachvollziehbar erklären kannst. Auch Kommunikationsfähigkeit, Reflexionsvermögen und die Fähigkeit, Klienten ganzheitlich zu betrachten, spielen eine zentrale Rolle.
Welche gesetzlichen Vorgaben regeln das Staatsexamen der Ergotherapie?
Das Staatsexamen der Ergotherapie wird in Deutschland durch das Ergotherapeutengesetz (ErgThG) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeuten (ErgThAPrV) geregelt. Diese Vorgaben legen fest, wie Ausbildung und Prüfungen aufgebaut sind, welche Inhalte geprüft werden und welche Anforderungen für das Bestehen erfüllt sein müssen. Sie sorgen für bundesweit einheitliche Standards im gesamten Prüfungsverfahren.
Welche Assessments und Befundinstrumente werden häufig geprüft?
Häufig geprüft werden Assessments wie AMPS, COPM, FIM, MMT, ROM-Messungen, Sinnes- und Wahrnehmungstests, Motorisch-funktionelle Tests, sowie kognitive Verfahren wie MMST oder Uhrentest. Du solltest wissen, wann welches Instrument sinnvoll ist, was es misst und wie die Ergebnisse die Therapieplanung beeinflussen.
Welche Rolle spielen Hilfsmittel und Adaptionen in der praktischen Prüfung, und wie muss ich deren Einsatz begründen?
Hilfsmittel und Adaptionen spielen eine wichtige Rolle, da sie die Selbstständigkeit und Teilhabe des Klienten fördern. In der praktischen Prüfung musst du zeigen, dass du passende Hilfsmittel auswählst, sicher anleitest und die Anwendung auf den Alltag des Klienten überträgst. Deine Begründung sollte sich auf Betätigungsziele, funktionelle Einschränkungen, Sicherheitsaspekte und ergotherapeutische Modelle stützen.
Wie tiefgehend müssen meine Kenntnisse in Anatomie und Krankheitslehre für die schriftliche Prüfung sein?
Deine Kenntnisse sollten so tiefgehend sein, dass du Anatomie, Pathologie und Funktion miteinander verknüpfen kannst. Du musst Krankheitsbilder in ihren Auswirkungen auf Betätigung, Bewegung, Wahrnehmung und Alltag verstehen und daraus ergotherapeutische Ziele ableiten können. Detailmedizinisches Wissen auf Arztniveau wird nicht erwartet – wichtig ist ein therapieorientiertes Verständnis, das dein ergotherapeutisches Handeln fundiert begründet.
In diesem Beitrag zeigen wir Dir, wie die Vorbereitung auf das Staatsexamen Ergotherapie gelingt. Dazu erläutern wir den Aufbau sowie Inhalte des Staatsexamens und geben Dir hilfreiche Tipps zum lernen. Wenn Du Dich für den menschlichen Körper interessierst, empfehlen wir Dir unseren Beitrag zum Thema Physiotherapeut.
TIPP: Auf unserem YouTube-Kanal findest Du ein passendes Video zum Thema:
Staatsexamen Ergotherapie: Aufbau und Inhalte
Du legst das Staatsexamen Ergotherapie bei der Ergotherapieschule oder Hochschule ab, an der Du die Ausbildung abschließt.
Um diese Prüfung besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten. Diese Verordnung bestimmt in Verbindung mit dem Gesetz über den Beruf der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten den Aufbau der Prüfung.
Schriftlicher Prüfungsteil
Der schriftliche Teil im Staatsexamen Ergotherapie ist an einem oder mehreren anwendungsspezifischen Beispielen des ergotherapeutischen Handlungsfeldes ausgerichtet. Inhalte und Schwerpunkte wie beispielsweise Anatomie, Krankheitslehre oder das Ergotherapeutische Verfahren variieren damit von Jahr zu Jahr. Für die Prüfungsvorbereitung bedeutet dies, dass Du keinen Bereich vernachlässigen darfst. Im Verlauf dieses Beitrags geben wir Dir dazu ein paar praktische Tipps mit an die Hand.
Praktischer Prüfungsteil
Der praktische Teil im Staatsexamen Ergotherapie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einem Prüfungsbericht, der den ergotherapeutischen Prozess berücksichtigt und der Durchführung einer ergotherapeutischen Intervention.
Im Anschluss an die Intervention findet ein Prüfungsgespräch zum Ablauf der Intervention statt. Das Gespräch dient auch dazu, Fragen zum Prüfungsbericht zu stellen.
Mündlicher Prüfungsteil
Der mündliche Teil der staatlichen Prüfung findet unter Beteiligung der für die Prüfung zuständigen Behörde statt. Gegenstand der mündlichen Prüfung sind die Ausbildungsinhalte gemäß § 5 des Gesetzes über den Beruf der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten. Neben den Prüfern werden Dir hier auch Behördenvertreter gegenübersitzen.
Der mündliche Prüfungsteil deckt die Inhalte der gesamten Ausbildung ab. Nutze die Tage bzw. Wochen vor diesem Termin, um insbesondere Fächer, in denen Du noch unsicher bist, gründlich zu wiederholen. Solltest Du für die Vorbereitung der schriftlichen Prüfung den Fokus auf einzelne Bereiche gelegt haben, so kannst Du vor dem Termin der mündlichen Prüfung nun die übrigen Bereiche stärker in den Fokus legen.
Mithilfe des Onlinetrainers von Plakos kannst Du alle Kompetenzbereiche für das Staatsexamen Ergotherapie trainieren. Wiederhole und vertiefe Dein Wissen mit unseren Online-Lerninhalten. Videolektionen, interaktive Bücher und Quizfragen zu allen prüfungsrelevanten Themen ermöglichen Dir eine gezielte Vorbereitung auf die Prüfung. Dank unserer Onlineinhalte kannst Du ab sofort auch von unterwegs aus für Deine Prüfung lernen:
Onlinetrainer für das Staatsexamen Ergotherapie
Bereite dich bestens auf dein Staatsexamen vor:
Mit unserem Onlinetrainer erzielst du optimale Ergebnisse und kannst mit einem sicheren Gefühl in die Prüfung gehen.
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Lerntipps für die Vorbereitung
Für die Wiederholung und Vertiefung des Lernstoffs eignen sich verschiedene Methoden. Wir zeigen Dir nun einige Beispiele:
Mit Blick auf die schriftliche Prüfung ist es zunächst wichtig, die Prüfungsinhalte zu kennen und vollständig vorzubereiten. Nutze dabei verschiedene Methoden, wie beispielsweise Karteikarten, um die theoretischen Grundlagen zu festigen.
Ob Krankheitslehre, Ergotherapeutische Verfahren oder Anatomie: Die Definitionen wichtiger Begriffe müssen sitzen. Sowohl in den Aufgaben der schriftlichen Prüfung, als auch in der mündlichen und praktischen Prüfung wird erwartet, dass Du entsprechende Begriffe definieren kannst. Die Anzahl dieser Begriffe und Definitionen wächst bei der Vorbereitung auf das Ergotherapie Staatsexamen schnell und wird dadurch leicht unübersichtlich.
Karteikarten helfen Dir dabei, den Überblick zu behalten. Sie eignen sich dabei hervorragend zur Vorbereitung, denn nur regelmäßiges Wiederholen der Begriffe sorgt dafür, dass Du sie in der Prüfungssituation schnell parat hast.

Zahlreiche Fragen in der schriftlichen Prüfung sind fallbasiert. Übe deshalb regelmäßig das Lösen von kompakten Fällen. Nutze beispielsweise Prüfungsaufgaben vergangener Jahrgänge, um Dich mit dem Stil und den Anforderungen der Prüfungsfragen des Staatsexamen Ergotherapie vertraut zu machen.
Schließlich darfst Du nicht vergessen, dass Zeitmanagement ein entscheidender Faktor in jedem Teil der Prüfung ist. Da jeder Prüfungsteil zeitlich begrenzt ist, solltest Du das Beantworten von Prüfungsfragen unter Zeitdruck üben. So vermeidest Du, in der Prüfung in Zeitnot zu geraten. Dasselbe gilt für die mündliche sowie die praktische Prüfung.
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Fazit: Die passende Vorbereitung macht den Unterschied
Das Staatsexamen Ergotherapie ist umfassend: der schriftliche, mündliche sowie praktische Prüfungsteil erfordern eine gründliche Vorbereitung. In den Wochen und Monaten vor dem Prüfungstermin ist es wichtig, verschiedene Szenarien zu üben. Sei es die Wiederholung der theoretischen Lerninhalte mithilfe von Karteikarten, das Verfassen von Berichten über Fälle aus der Praxis oder die Übung von Situationen mit Mitschülerinnen und Mitschülern oder Freunden für die praktische Aufgabe.
Fest steht: das Staatsexamen Ergotherapie ist machtbar – der Fleiß macht den Unterschied und mit den richtigen Methoden bringst Du mehr Struktur in Deine Vorbereitung. Versuche, insbesondere mit Blick auf die schriftliche Prüfung, den Stoff mit Lernhilfen oder alten Prüfungsaufgaben zu wiederholen. Karteikarten können beispielsweise für das tägliche Wiederholen von schwierigen Fachbegriffen nützlich sein und alte Prüfungsaufgaben zu lösen gibt Dir einen realistischen Blick auf den Stand Deines Wissens.
Eine zielführende Vorbereitung ermöglichen Dir auch unsere Online-Lerninhalte. Plakos unterstützt Dich auf Deinem Weg.
